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BONHOEFFER ODER TELTSCHIK ...

... das ist hier die Frage an den Politischen Club der Evangelischen Akademie Tutzing, zu dessen Frühjahrstagung Akademiedirektor Dr. Friedemann Greiner und Clubchef Theo Waigel in der Zeit vom 17. bis 19. März 2006 einladen. Firmiert wird zwar die Tagung mit dem Thema "Weltmacht und Weltordnung"- sie soll mit Experten herausfinden, welche Rolle die Vereinigten Staaten in einer globalen Welt spielen. Betrachtet man die Namen der Geladenen, stellt das SchlossTutzing seine Bühne den Leuten zur Verfügung, die einen MONOLOG zugunsten der Mächte in Washington ermöglichen, die völkerrechtswidrige Interventionskriege führen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begehen. Den krönenden Abschluss am Sonntag hat

PROF. Dr. h.c. Horst Teltschik,
Vorsitzender der Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik

Bei Sonntagspredigten erinnern die deutschen Würdenträger der Evangelischen Kirche gerne an ihre Verpflichtung aus dem Erbe des Dietrich Bonhoeffer. Ob das Mitte März 2006 in Tutzing geschieht? Beim Gottesdienst in der Schlosskapelle um 9 Uhr? Bevor dann ab 11.30 TELTSCHIK alles mögliche erzählen, nur nicht über seine reale Rolle sprechen wird - als Vertreter des US-Rüstungskonzerns Boeing in Deutschland, der Bomber für die Zerstörung anderer Länder aus der Luft herstellt - bei einer Tagung, so das Programm, die "zu einem erheblichen Teil aus Kirchensteuermitteln finanziert" wird. Will man damit sagen: Wir werden nicht von Boeing bezahlt?

Während die Strategen aus Washington, Berlin und München, die in Fortsetzung zur Münchner "Sicherheitskonferenz" jetzt im Schloss von Tutzing Diplomatie spielen, um sich dann - die Hände in Unschuld waschend - im Fernsehen anzusehen, wie "sauber" der Iran bombardiert wird, haben sich die Leitungen der christlichen Gemeinschaften der USA in der größten Allianz für Frieden und Gerechtigkeit zusammengeschlossen. Sie sind in Tutzing nicht willkommen. Sie wirken im Geist von DIETRICH BONHOEFFER. In ihrer Erklärung - sie erinnert an Stuttgart 1945 - heißt es:
"Wir haben uns mit schwerer Schuld beladen, indem wir uns nicht hinreichend genug gegen den Irak-Krieg und andere Vergehen aussprachen. Wir bitten die Welt um Vergebung, die der Gewalt, Erniedrigung und Armut müde geworden ist, die unsere Nation gesät hat."

Die Mehrheit der Christen in Deutschland sieht sich und den Geist des deutschen Theologen, der in den letzten Tagen eines sinnlosen, bereits verlorenen Angriffskrieges im KZ Buchenwald ermordet wurde, eher in der Kirchenallianz ihrer amerikanischen Glaubensbrüder und -schwestern beheimatet als bei denen in Deutschland, die erneut der Macht der Weltherrschaftsstrategen erliegen und die knappen Gelder zur Versorgung kirchlicher Einrichtungen für die Ambitionen eines Horst Teltschik und Theo Waigel bereitstellen. Wann endlich kehrt die Evangelische Akademie Tutzing auf den Weg des Dialogs zurück, mit dem sie einst - bei vier Konferenzen zur Abrüstung, für Frieden und Gerechtigkeit - sich weltweit Anerkennung verschaffte?

dazu: Wolfratshausen, 23. Februar 2006 FRIEDRICH HITZER



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