Das Motto der Friedenswochen 2009
erinnert an den Fall der Berliner Mauer vor 20 Jahren mit seinen
positiven Folgen, aber auch seinen problematischen Seiten.
Seitdem wurden neue Barrieren, Wälle und Zäune
errichtet, noch höher, noch länger, noch sicherer.
Festung Europa:
Europa schottet sich ab vor Menschen, die aus ihrer
ursprünglichen Heimat fliehen: vor Krieg, Hunger,
Unterdrückung, Umweltkatastrophen. Die europäische
Grenzschutzagentur FRONTEX – Jahresetat 70 Millionen Euro
– soll mit schnellen Booten und modernster GPS-Technik
Menschen daran hindern, europäisches Territorium zu erreichen.
Die israelische
Mauer in Palästina: Diese Mauer verläuft
auf weite Strecken nicht auf der so genannten
„Grünen Linie“ zwischen Israel und
Palästina, sondern auf palästinensischem Gebiet. Eine
halbe Million Palästinenser ist nun abgeschnitten von Familie,
Feldern und Versorgung. Schulen, Universitäten und
Krankenhäuser sind für sie zum Teil unerreichbar.
Die Grenze
zwischen Mexiko und den USA: Um die illegale Einwanderung
zu verhindern, wird die mehr als 3000 Kilometer lange Grenze scharf
bewacht.
Allein im Jahr 2005 wurden 473 Tote an der Grenze aufgefunden; viele
davon waren verdurstet.
Weitgehend unbekannt ist der 2000 km lange verminte Grenzwall quer durch das Land
Westsahara. Er trennt den von Marokko besetzten Teil
Westsahara von den Regionen, die von der Unabhängigkeitsfront
Polisario kontrolliert werden.
Täglich bezahlen verzweifelte Menschen den Wunsch nach einer
sicheren Zukunft mit ihrem Leben.
Neben diesen Mauern gibt es weitere, unsichtbare: Etwa eine Milliarde
Menschen leidet unter Hunger, Tendenz steigend.
Handelsbeschränkungen behindern eine Entwicklung vor allem in
den ärmsten Ländern. Der Kampf um Rohstoffe und
Wasser verschärft sich, und auch in den
Industrieländern öffnet sich die Schere zwischen Arm
und Reich immer weiter.
Jede Mauer ist eine Absage an menschliches Miteinander, Zeugnis vom
Willen zur Besitzstandswahrung und vom Versagen
völkerverbindender Politik.
Aber seit es Mauern gibt, werden sie überwunden. Immer gibt es
Menschen, die eine Vision haben – auch wenn sie kein Visum
besitzen. Und es gibt Menschen, die dazu beitragen, diese Mauern zu
überwinden, überall auf der Welt.
Bei den vielfältigen Veranstaltungen zu den Friedenswochen
wollen wir über Mauern und andere Bedrohungen des Friedens
informieren, diskutieren und über Lösungen
nachdenken. Sie sind herzlich eingeladen!
Quelle: Die
Informationen sind den „Materialien zur Ökumenischen
FriedensDekade“ entnommen. www.friedensdekade.de
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