Münchner Friedenswochen 2016

Zeit: 
Sonntag, 30. Oktober 2016         - Freitag, 25. November 2016        

Friedenswochen 2016

Mit den Münchner Friedenswochen wird ein Kalender zusam­mengestellt mit Veranstaltungen von unterschiedlichen Gruppie­rungen, die sich für Frieden, Gerech­tigkeit und Umwelt einset­zen. Die drei Wochen schließen die bundesweite „Friedens-Dekade“ ein. Das Motto der Münchner Friedenswochen ist oft ähnlich oder identisch mit dem Motto der Friedens-Dekade, in diesem Jahr

"Kriegsspuren"
Münchner Friedenswochen 2016


Mit diesem Motto sollen Spuren erkennbar werden, die Kriege hinterlassen, aber auch auf Spuren aufmerksam gemacht werden, die zu Kriegen führen.

Die „Kriegszitterer“ des Ersten Weltkriegs, die Millionen Heimatvertriebenen, Kriegswaisen, Kriegerwitwen und Holo­caust-Opfer des Zweiten Weltkrieges, genauso wie die unermesslichen Opfer der jetzigen Kriege, dazu die vor Krieg und Gewalt in ihrer Heimat geflüchteten Menschen müssten uns Warnung und Ansporn sein, Krieg zu ver­hindern und Konflikte ohne Militär auszutragen.

Das Gegenteil müssen wir erleben:

  • Deutschland gehört mit zu den größten Waffenexpor­teuren. Waffen deutscher Unternehmen lassen sich an vielen Kriegsschauplätzen in der Welt finden, ob bei den sogenannten Sicherheitskräften in Mexiko oder auf dem Schwarzmarkt im Irak. Waffen wurden und wer­den an Saudi-Arabien geliefert, einem Regime, das an diversen Kriegen beteiligt ist.
  • Auch die Bundeswehr ist Kriegspartei: In Mali, Afgha­nistan, im Nordirak oder in Syrien. Sie ist auch dann Kriegs­partei, wenn sie wie in Syrien „nur“ Lagebilder für Angriffe liefert oder Soldaten bzw. Milizen an Waffen ausbildet.
  • Die Stützpunkte der USA in Deutschland sind unent­behrlich für deren Kriegsführung.
  • Die meisten Drohneneinsätze, bei denen mutmaßliche Terroristen ohne Gerichtsverhandlung getötet werden, laufen logistisch über US-Standorte in Deutschland.
  • Immer noch werden Atomwaffen in Deutschland ge­lagert, die USA planen sogar deren „Modernisierung“.
  • Der deutsche Verteidigungshaushalt – der mittlerweile eher ein Kriegshaushalt ist – soll in den nächsten Jahren deutlich ausgebaut werden.
  • Anstelle der Fluchtursachen werden die Geflüchteten, vorwiegend Opfer von Kriegen, bekämpft: An den Außengrenzen der EU und durch eine Abschreckungs­politik im Inneren.

Es gibt Alternativen, zum Beispiel:

  • Die Ausfuhr von Rüstungsgütern zu verbieten, vor allem in Krisenregionen und in kriegsführende Staaten.
  • Initiativen zur Konversion von Arbeitsplätzen in der Rüstungsindustrie müssen wiederbelebt werden.
  • Krisen- und Kriegsprävention, indem wir der aktuellen Konfrontationspolitik entgegentreten mit diplomatischer Zusammenarbeit auf gleich­berechtigter Basis und Rückzug der Bundes­wehr aus dem Ausland.
  • Die Handelsverträge mit anderen Ländern sind so zu gestalten, dass sie die lokale Wirtschaft respektieren und nicht wie bisher durch subventionierte Waren oder Übermacht von Konzernen zerstören.

Bei den Münchner Friedenswochen wollen wir uns mit solchen Fragen auseinandersetzen und Schritte für eine gerechtere und friedlichere Welt einfordern.

Wie immer, finden sich unter den Veranstaltungen zu den Frie­denswochen auch solche, die nicht unmittel­bar mit unserem Motto zusammenhängen, aber die breite Spanne der Friedens­themen zeigen.

Wir laden herzlich ein, an den Aktivitäten in diesem Kalender teilzu­nehmen.

Münchner Friedensbündnis

Veranstalter: 
Münchner Friedensbündnis

"Keine mehr" - Aktion gegen Gewalt an Frauen

Friedenswochen
Zeit: 
Freitag, 25. November 2016 - 16:00
Ort: 
Sendlinger Torplatz - Auftakt

Picketline - ergänzt
vom Sendlinger Torplatz zur Ecke Prälat-Miller-Weg/Viktualienmarkt

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

16:00h Auftakt
16:30h Picketline
17:30h Kundgebung Prälat Miller-Weg (neben Heilig-Geist-Kirche am Viktualienmarkt)



Wir stellen Frauen vor, die Opfer von Gewalt geworden sind und Frauen, die aktiv gegen Gewalt sind.

Aktion
Veranstalter: 
Aktionsbündnis 8. März

"Seht welch ein Mensch"

Friedenswochen
Zeit: 
Samstag, 19. November 2016 - 15:00 - 16:00
Ort: 
KZ-Gedenkstätte Dachau, Treffpunkt Appellplatz

Friedensgebet

Gebet und Meditation
Veranstalter: 
Evang. Versöhnungskirche, Evang. Jugend München, BDKJ

"Seine Kirche aber schwieg" - Ausstellung zum 75. Todestag des Deserteurs und NS-Opfers Martin Gauger

Friedenswochen
Zeit: 
Sonntag, 30. Oktober 2016         - Mittwoch, 30. November 2016        
Ort: 
Evang. Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

geöffnet:
Mo 11 - 13h / Di-Sa 10 - 16h / So 12 - 13h (Ausstellungsraum der Versöhnungskirche)

Ausstellung bis Februar 2017
Eröffnung am Sonntag, 16. Oktober, im Rahmen des Gottesdienstes (Beginn 11 Uhr)

Martin Gauger verweigerte als Jurist 1934 aus Gewissensgründen den Eid auf Hitler und wurde aus dem Staatsdienst entlassen. Ab 1935 stand er im Dienst der „Bekennenden Kirche“ in Berlin, ab 1938 angestellt von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. 1940 kam er der Aufforderung zur Musterung zum Wehrdienst nicht nach. Auf der Flucht ins Ausland wurde er im Mai 1940 angeschossen. Zunächst in Düsseldorf inhaftiert, wurde er 1941 ins KZ Buchenwald verlegt. Die bayerische Kirchenleitung beendete im Juni 1940 das Dienstverhältnis. Seine Mutter bat vergeblich die Landesbischöfe Hans Meiser (Bayern) und Theophil Wurm (Württemberg) sich dafür einzusetzen, dass er ein ordentliches Gerichtsverfahren zugestanden bekäme. Am 15. Juli 1941 wurde Martin Gauger in der Euthanasie-Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein ermordet. ..
www.versoehnungskirche-dachau.de

Veranstalter: 
Evang. Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

"Tänze und Geschichten, die die Seele nähren"

Friedenswochen
Zeit: 
Dienstag, 15. November 2016 - 19:00 - 21:00
Ort: 
Pfarrsaal Hl. Kreuz, Giesing (Pfarrheim), Untere Grasstr. 16, U2 Silberhornstr.

Meditativer Tanz

Musik, Film und Kultur
ReferentInnen: 
Gertrud Knauer, Tanzleiterin
Veranstalter: 
Pax Christi München
Freiwilliger Beitrag
Anmeldung: 
erwünscht: T.6928497

78. Jahrestag der Pogromnacht, Gedenken mit Zeitzeugengespräch

Friedenswochen
Zeit: 
Dienstag, 8. November 2016 - 19:00
Ort: 
Rathaus Dachau, Konrad-Adenauerstr. 2-6

In ganz Deutschland wurden am 9. November 1938 Synagogen zerstört und Juden aus ihren Häusern verschleppt. Fünfzehn Bürgerinnen und Bürger Dachaus wurden wegen ihrer jüdischen Herkunft aus der Stadt vertrieben. Nur wenige entkamen dem Holocaust. An die Opfer erinnert ein Zeitzeugengespräch mit Heinz Kounio. Dachauer Musiker mit griechischen Wurzeln wirken bei der Gestaltung der Gedenkstunde mit.

1943: Der 15-jährige Heinz Kounio wird zusammen mit all seinen Familienmitgliedern von den deutschen Besatzern seiner griechischen Heimat inhaftiert und unter entsetzlichen Bedingungen von Thessaloniki ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. 23 Mitglieder seiner Familie werden gleich nach der Ankunft ermordet. ...


Heinz Kounio hat 1981 seine Erinnerungen in Griechenland, wo er im Vorstand der Jüdischen Gemeinde Thessaloniki aktiv ist, veröffentlicht. Zu seinem Besuch in Dachau erscheint die deutsche Übersetzung unter dem Titel „Ein Liter Suppe und 60 Gramm Brot – Das Tagebuch des Gefangenen 109565“. Am Mittwoch, 9.11.16, 19.30 Uhr, stellt Heinz Kounio, der auch Deutsch spricht, sein Buch in München vor, im Evangelischen Migrationszentrum (Griechisches Haus) Bergmannstr. 46

Podium und Politik
ReferentInnen: 
Heinz Kounio
Veranstalter: 
Trägerkreis Pogromgedenken Dachau

Zeitzeugengespräch / Buchpräsentation mit Heinz Kounio

Friedenswochen
Zeit: 
Mittwoch, 9. November 2016 - 19:30
Ort: 
Griechisches Haus – Ελληνικό Σπίτι, Bergmannstr. 46

Heinz Salvator Kounio: Ein Liter Suppe und 60 Gramm Brot.
Das Tagebuch des Gefangenen 109565
ISBN 978-3-95565-162-6 (2016)

Herr Kounio ist am 19.6.1927 in Karlsbad geboren (deutschsprachige Mutter aus der Tschechoslowakei, Vater aus Thessaloniki) und in Griechenland aufgewachsen. Die Verfolgung begann für seine Familie mit der deutschen Besatzung 1941; 1943 wurde die Familie ins KZ Auschwitz deportiert, Heinz überlebte dann noch Mauthausen und dessen Außenlager Melk und Ebensee, wo er befreit wurde. 
Heinz Kounio ist Präsidiumsmitglied der Jüdischen Gemeinde von Thessaloniki und spricht perfekt Deutsch.
Moderation des Zeitzeugengespräches Dr. Björn Mensing (Theologe und Historiker)

Podium und Politik
ReferentInnen: 
Heinz Kounio
ReferentInnen: 
Dr. Björn Mensing
Veranstalter: 
Evangelisches Migrationszentrum

Beschwiegene Hinterlassenschaft

Friedenswochen
Zeit: 
Mittwoch, 30. November 2016 - 19:30
Ort: 
EineWeltHaus, Großer Saal, Schwanthaler Str. 80 (U4/U5 Theresienwiese)

Die Besetzung Griechenlands 1941-1944 und ihre Folgen

Ein gemeinsames deutsch-griechisches Erinnern an die Besatzungszeit gibt es nicht. Während in Griechenland die mörderische Politik des Dritten Reichs unvergessen ist, bleibt sie in Deutschland unbekannt, sie wird beschwiegen und verdrängt. Dieses Ungleichgewicht belastet bis heute die bilateralen Beziehungen. Es gilt diese Polarisierung durch Erinnerung und Beurteilung historisch-politischer Abläufe aufzuarbeiten, um zu einer tragfähige Verständigung zu gelangen

Podium und Politik
ReferentInnen: 
Knud von Harbou, Autor und Publizist
ReferentInnen: 
Paul B.Kleiser, Dozent und Autor
ReferentInnen: 
Moderation: Hartmut Heller, Sozialforum München
Veranstalter: 
Sozialforum und Forum Eurokrise

Buchpräsentationen zum »Netzwerk des Todes«

Friedenswochen
Zeit: 
Freitag, 11. November 2016 - 18:30
Ort: 
DGB-Haus, Schwanthalerstraße 64


»Die kriminellen Verflechtungen von Waffenindustrie und Behörden«
und zum »Schwarzbuch Waffenhandel. Wie Deutschland am Krieg verdient«

mit Jürgen Grässlin

siehe
http://muenchen.verdi.de/service/veranstaltungen/++co++a5ae2188-2a7c-11e...
Flyer (PDF 118k)
http://muenchen.verdi.de/++file++57531738ba949b319b36da53/download/Gr%C3...

Achtung: Auf Grund unterschiedlicher Angaben im Web stand hier zunächst 19:30h statt richtig 18:30h - bitte weitersagen!


Podium und Politik
ReferentInnen: 
Jürgen Grässlin, Autor & Aktivist, DFG/VK
Veranstalter: 
ver.di Senioren, ~ Jugend, ~ Frauen und der ~ Arbeitskreis gegen Rechts
Veranstalter: 
VVN/BdA München
Veranstalter: 
GEW München
Veranstalter: 
DFG/VK München

Friedensfest zum Schluß ..

Friedenswochen
Zeit: 
Sonntag, 27. November 2016 - 19:00
Ort: 
EineWeltHaus "Weltenraum", Schwanthalerstr. 80

für alle Freundinnen des Friedensbündnisses und Beteiligte der Friedenswochen eine Gelegenheit zu lockerem Austausch

- Mitgebrachtes fürs Büffet erwünscht - gerne nach Absprache: Tel. 089 31190520
- Eigene Auftritte? warum nicht!
- Musik ...

Mitmachen willkommen!

Musik, Film und Kultur
Veranstalter: 
Münchner Friedensbündnis

Friedensgottesdienst zum Thema "Kriegsspuren"

Friedenswochen
Zeit: 
Dienstag, 8. November 2016 - 17:00
Ort: 
Missio München, Pettenkoferstrasse 26-28, U4/U5 Theresienwiese
Gebet und Meditation
Veranstalter: 
pax christi München

Gedenken Dachau

Friedenswochen
Zeit: 
Sonntag, 6. November 2016 - 13:00 - 15:00
Ort: 
Dachau, KZ-Gedenkstätte

Die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 markierte den Übergang von der Diskriminierung und Ausgrenzung der Juden zur Verfolgung, die in den Holocaust mündete.

Das Erinnern und Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus ist für die bayerische Gewerkschaftsjugend seit über 60 Jahren nicht nur Mahnung an das, was in der Zeit von 1933 bis 1945 geschehen ist.

Es ist auch Auftrag für die Gegenwart. Die nachdenkliche und kritische Auseinandersetzung mit dieser Vergangenheit ist für die DGB-Jugend immer mit der Frage verbunden, welche Erfahrungen wir daraus für die Bewältigung der Gegenwart und für die Gestaltung einer menschenwürdigen und solidarischen Zukunft ziehen können. Denn: Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.

Treffpunkt 13 Uhr am Tor
Begrüßung durch Astrid Backmann, Bezirksjugendsekretärin

weitere Einzelheiten - bitte Presse und/oder online-Aktualisierungen beachten!

Aktion
ReferentInnen: 
Astrid Backmann
Veranstalter: 
DGB-Jugend Bayern

Gottesdienst zur Friedenswoche

Friedenswochen
Zeit: 
Sonntag, 20. November 2016 - 9:30
Ort: 
Gemeindehaus der Simeonsgemeinde, Violenstraße 6 (Tram 18: Gondrellplatz)

Gottesdienst mit anschießendem Austausch bei Kaffee und Kuchen

Gebet und Meditation
ReferentInnen: 
Dr. Jakob Fehr, Geschäftsführer des Deutschen Mennonitischen Friedenskomitees
Veranstalter: 
Mennonitengemeinde München

Politik-und-Video-Kaleidoskop

Friedenswochen
Zeit: 
Montag, 21. November 2016 - 19:30
Ort: 
EineWeltHaus, R 211/212 (2. Stock)

Die allgemeine Verfügbarkeit von Videos hat in inzwischen deutlich zugenommen - das hat auch Einfluß auf die politische Argumentation.

Dieser Abend soll eine anregende Mischung meist kurzer Videoclips sein - auch als Ansporn und Abwechslung für unsere Friedensszenerie.

Subjektive Auswahl und Kommentierung: Franz Iberl

Musik, Film und Kultur
ReferentInnen: 
Franz Iberl (BIFA)
Veranstalter: 
Münchner Bürgerinitiative für Frieden und Abrüstung (BIFA)

Politisches Samstagsgebet: "Alles Luther – oder Thomas Münzer !?“

Friedenswochen
Zeit: 
Samstag, 28. Januar 2017 - 18:00
Ort: 
Kath. Hochschulgemeinde KHG, Leopoldstr. 11; U3/U6 Giselastraße

Alles Luther oder Thomas Müntzer ?!

Referentin und Geistlicher Impuls:
Richard Strodel

Wir feiern im Jahr 2017 500 Jahre Reformation und damit verbunden die Würdigung von Dr. Martin Luther.

In diesem politischen Samstagsgebet möchten wir an einen anderen, weniger bekannten Reformator jener Zeit erinnern, der als „Theologe der Revolution“ als politischer Theologe wirkte und neben Luther fast in Vergessenheit geraten ist. Ab dem Jahr 1521 ist der Mittelpunkt seines Denkens offensichtlich:
Der heilige Geist wirkt in jedem Glaubenden; es gibt eine Gottunmittelbarkeit, der Klerus spielt dabei keine Rolle. Aus der Gottunmittelbarkeit folgt die grundlegende Veränderung der Gesellschaft und das Ende der Gewaltherrschaft der Fürsten.

Und sogleich ergoss sich der öffentliche Zorn Luthers über ihn, den Müntzer seinerseits ebenso heftig beantwortete. Inzwischen haben, dank der Studien wie von dem evangelischen Theologen Hans-Joachim Goertz, die alt vertrauten Müntzer Klischees keine Chance mehr: Er ist weder der sozialistische Held des Bauernkrieges noch der „Erzteufel“, wie ihn Luther und seine Kirche lange Zeit hinstellte.

Entscheidend ist heute: Müntzer war ein eigenständiger Reformator. Darum sollte 2017 über ihn umfassend diskutiert werden.
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Danach : Brot und Wein


Das Politische Samstagsgebet verbindet politische Information und Aussprache mit Gebet und Meditation
Podium und Politik
Gebet und Meditation
ReferentInnen: 
Richard Strodel
Veranstalter: 
Politisches Samstagsgebet

Politisches Samstagsgebet: 50 Jahre Sozialpakt der Vereinten Nationen

Friedenswochen
Zeit: 
Samstag, 12. November 2016 - 18:00
Ort: 
Kath. Hochschulgemeinde KHG, Leopoldstr. 11; U3/U6 Giselastraße

Menschenrechte zweiter Klasse?! Recht(e) haben allein reicht nicht......

Menschenrechte sind in bestimmten politischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen entstanden. So erfolgte die Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) durch die Generalversammlung der VN am 10. Dezember 1948 als Antwort auf den Zweiten Weltkrieg. Die Weiterentwicklung der Menschenrechte verzögerte sich infolge des Kalten Kriegs, der die Einigung auf ein Abkommen unmöglich machte. So gelang es erst 1966, die in der AEMR formulierten Rechte ins Völkerrecht zu überführen - und dies nur in zwei getrennten Dokumenten (UN-Zivilpakt über bürgerliche und politische und UN-Sozialpakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte).
Mit dem UN-Sozialpakt haben die Vereinten Nationen erstmals soziale Rechte umfassend und für jeden Menschen international rechtlich verbindlich anerkannt. Es war die Reaktion der Weltgemeinschaft auf die existenziellen Erfahrungen von Verfolgung, Mord, Ausbeutung, Hunger, Not und Schutzlosigkeit während und nach den Weltkriegen. Dementsprechend umfasst der so genannte UN-Sozialpakt lebens-notwendige Rechte, wie das Recht auf Nahrung, das Recht auf Wohnen oder das Recht auf Gesundheit.
Trotzdem erhielten diese elementaren menschlichen Bedürfnisse einen geringeren Status. Im Unterschied zum UN-Zivilpakt, der die Einhaltung bürgerlicher und ziviler Rechte ohne Einschränkung fordert, wurde in den UN-Sozialpakt der Vorbehalt eingefügt, dass die darin verfassten Rechte nur fortschreitend, unter Ausschöpfung aller staatlichen Möglichkeiten, verwirklicht werden müssen. Und so brüsteten sich in den folgenden Jahren westliche Industriestaaten mit der Gewährleistung der im Zivilpakt verfassten Rechte. während sie die Rechte aus dem Sozialpakt nachrangig behandelten. Erst die Wiener Menschenrechtskonferenz der VN erklärte 1993 die Menschenrechte für unteilbar und betonte, dass alle Menschenrechte aufeinander bezogen sind und gemeinsam umgesetzt werden müssen. Seitdem greifen immer mehr Nichtregierungsorganisationen und UN-Menschenrechtsgremien in ihrer Arbeit wirtschaftliche und soziale Menschenrechte auf.
.... man muss auch Recht(e) bekommen
Es gibt noch viel zu tun: Die Verpflichtung der Staaten, die im Sozialpakt verankerten Menschenrechte zu respektieren, zu schützen und zu gewährleisten, sind bei weitem nicht erfüllt - auch nicht durch die deutsche Regierung - und zwar weder für die Menschen in Deutschland noch in ihrer Verantwortung weltweit!
In unserem Samstaggebet wollen wir uns mit den Grundlagen des Sozialpaktes beschäftigen und die Verletzungen mit dem Schwerpunkt auf das Recht auf Nahrung diskutieren.

Marlies Olberz war lange Zeit in der Friedens-und Ökumenebewegung aktiv und engagiert sich seit vielen Jahren in verschiedenen Funktionen in der deutschen Sektion der Internationalen Men-schenrechtsorganisation FIAN (FoodFirst Infor-mations- & Aktions-Netzwerk). FIAN gehört seit Jahren zu den beteiligten Gruppen des Politischen Samstagsgebetes.
Pfarrer Charles Borg-Manché ist Landespräses der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) in Bayern.
Darüber hinaus gehört er als Geistlicher Beirat zum Vorstand von pax christi in der Erzdiözese München und Freising.

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Danach : Brot und Wein


Das Politische Samstagsgebet verbindet politische Information und Aussprache mit Gebet und Meditation
Podium und Politik
Gebet und Meditation
ReferentInnen: 
Marlies Olberz, Fian
ReferentInnen: 
Pfarrer Charles Borg-Manché
Veranstalter: 
Politisches Samstagsgebet

Politisches Samstagsgebet: „Was hält unsere Gesellschaft zusammen?“

Zeit: 
Samstag, 18. März 2017 - 18:00
Ort: 
Kath. Hochschulgemeinde KHG, Leopoldstr. 11; U3/U6 Giselastraße

Was hält unsere Gesellschaft zusammen?

mehr demnächst, siehe:
http://www.politisches-samstagsgebet.de/

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Danach : Brot und Wein


Das Politische Samstagsgebet verbindet politische Information und Aussprache mit Gebet und Meditation
Podium und Politik
Gebet und Meditation
ReferentInnen: 
Richard Strodel
Veranstalter: 
Politisches Samstagsgebet

Rundgang durch die KZ-Gedenkstätte Dachau

Friedenswochen
Zeit: 
Samstag, 19. November 2016 - 13:00 - 14:45
Ort: 
KZ-Gedenkstätte Dachau, Treffpunkt Besucherzentrum, Pater Roth Str.
Veranstalter: 
Evang. Versöhnungskirche, Evang. Jugend München, BDKJ

Versteckt unter der Erde - Die Überlebensgeschichte der Famiie Kasten

Friedenswochen
Zeit: 
Dienstag, 15. November 2016 - 19:00
Ort: 
Evang. Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau, Alte Römerstr. 87

Lesung

(Zugang über Karmel-Kloster)

Podium und Politik
Veranstalter: 
Evang. Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Was von Kriegen übrig bleibt (ergänzt)

Friedenswochen
Zeit: 
Mittwoch, 2. November 2016 - 19:30
Ort: 
EineWeltHaus, Großer Saal, Schwanthaler Str. 80 (U4/U5 Theresienwiese)

2.11.2016 Karin Leukefeld Film in MünchenFilmvorführung und Diskussion mit
Karin Leukefeld
Sie kennt sich als engagierte Journalistin im Nahen Osten aus und klagt an wegen der Kriege

Download Flugblatt (PDF 1.7 Mb 2S)

Nachtrag, weitere empfehlenswerte Materalien:
Webseite Karin Leukefeld

Aktuelle bemerkenswerte Datensammlung - der Faktencheck zur Anstalt vom 1.11.2016:
https://www.zdf.de/assets/faktencheck-november-100~original?cb=147810808...


Musik, Film und Kultur
ReferentInnen: 
Karin Leukefeld
Veranstalter: 
Münchner Friedensbündnis
Veranstalter: 
Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit/IFFF