Arme Anita Augspurg

Wie schon erwähnt wurde die lange geplante Preisverleihung an die Münchner Gruppe der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF) plötzlich auf Grund einer Intervention der CSU im Rathaus zurückgenommen.

Es gibt dazu eine Menge Reaktionen, auf die hier nochmal im Zusammenhang hingewisen werden soll. Unten folgt die Stellungnahme vom Münchner Friedensbündnis gegenüber der Stadt.

Münchner Friedensbündnis
Erklärung zur Nichtvergabe des Anita Augspurg Preises 2016

Schreiben an den OB und die Stadträte vom 18.3.2016 - Download PDF

Am 17. März 2016 sollte der Anita Augspurg Preis der Stadt München, der für „ausgezeichnetes Engagement für Frieden, Frauenbildung und Gleichberechtigung“ seit 1994 vergeben wird, der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF) / Women´s International League for Peace and Freedom (WILPF) verliehen werden.

Die Münchner Stadtratsmehrheit hat dieser Verleihung nicht zugestimmt wegen einer angeblich antisemitischen Äußerung auf der Website: http://www.wilpf.de/ueber-uns/.

Das Münchner Friedensbündnis hält es für sachlich nicht begründet und für ein falsches Signal, das von München mit der Preisverweigerung an diese international angesehene und weltweit für Frauenrechte engagierte Organisation ausgeht.

Die WILPF ist die älteste Frauen-Friedensorganisation der Welt. Seit ihrer Gründung mitten im ersten Weltkrieg 1915 in Den Haag richtet sie sich gegen alle Formen von Krieg und Gewalt. Sie war maßgeblich an der Gründung der Vereinten Nationen (UN) beteiligt.

Seit vielen Jahren ist die IFFF/WILPF Mitglied im Münchner Friedensbündnis und setzt sich mit uns für Frieden, internationale Gerechtigkeit und Frauenrechte ein. Seit Jahrzehnten arbeitet die Internationale Frauenliga auch in Israel und Palästina in Kooperation mit Friedensorganisationen und Frauen aus dortigen Ligasektionen dafür, dass trotz schwierigster Voraussetzungen der Dialog, Begegnungen und gegenseitiger politischer Austausch möglich bleiben.

Wenn dabei von Friedensorganisationen wie der Frauenliga Kritik geübt wird an einer Politik, die internationales Recht und Menschenrechte verletzt, dann sehen wir dies nicht nur als deren legitime Aufgabe an, sondern in diesem Fall auch als kongeniale Fortführung des Wirkens von Anita Augspurg.

Das Münchner Friedensbündnis spricht der Internationalen Frauenliga ausdrücklich seine Anerkennung aus und bedauert zutiefst die Entscheidung der Münchner Stadtratsmehrheit.

gez. Bernd Michl