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| Einige wenige
Hinweise, die mir für den Leser dieses Berichts wichtig erscheinen: Die Grunddaten zu Palästina kann man auf der Internetseite der Generaldelegation Palästinas in der BRD nachlesen. Im Gazastreifen lebten im Jahre 2001 etwa 1,2 Millionen Palästinenser, im Westjordanland 2,1 Millionen. In Gaza leben etwa 7000 illegale israelische Siedler, die gut ein Drittel des Gebiets beanspruchen, im Westjordanland sind es etwa 400.000 Siedler. Wenn die Trennungsmauer so weitergebaut wird wie geplant, werden für die Palästinenser etwa 12 % ihres ursprünglichen Territoriums, aufgeteilt in mehrere Parzellen, übrig bleiben. Im Jahre 2004 war der Gazastreifen für ausländische Touristen völlig gesperrt. Einige Teile des Westjordanlandes kann man als Tourist ziemlich ungehindert bereisen. In Orte wie Jericho oder Nablus kommt man aber gar nicht oder nur gelegentlich hinein. Seit Beginn der zweiten Intifada ist das wirtschaftliche Überleben der Palästinenser nur durch Hilfe von außen möglich. Die Wirtschaftshilfe beläuft sich auf etwa € 1 Milliarde im Jahr. Die Angaben zur Arbeitslosigkeit der Bevölkerung schwanken stark. In Zeitungen habe ich 25% gelesen, vor Ort wurden uns 60 bis 70 % genannt, was realistischer erscheint. In einem im 'Guardian Weekly' vom 2.12.04 abgedruckten Artikel von 'Le Monde' wird erwähnt, daß 47% der Bevölkerung mit $ 2 pro Tag auskommen müssen. Das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Israelis liegt bei $ 16.500, das eines Palästinensers bei $ 925. |

Wir fuhren durch die
Vororte von Jerusalem nordwärts Richtung Ramallah bis zum Kontrollpunkt
Qualandya, wo wir in ein Sammeltaxi umstiegen. Vor Qualandya
fuhr der Bus durch Nebenstraßen. Wir erfuhren von Mitreisenden, daß
die Hauptstraße gerade für den Mauerbau auf- und abgerissen wurde. Die Mauer
entstand genau auf der Mitte der Straße. Das letzte Stück ging es die
Mauer entlang. Sie sah eigentlich relativ unscheinbar aus. Ich konnte
nicht
glauben, daß
sie 8 m hoch sein sollte. Vielleicht gibt es auch niedrigere Teile.
Wir
stiegen in
eines der orange Sammeltaxis um, das uns zum
Kontrollpunkt Zaatara bringen sollte. Es ist die nördliche Strecke nach
Nablus, auf israelischen Karten als Shchem bezeichnet. Die
Merkwürdigkeit dieser Straße mit der Nummer 60 wurde mir erst später
bewußt. Es gab sehr schöne gut leserliche dreisprachige Wegweiser,
häufig zwei davon, der erste für den Abbiegerverkehr, der zweite für
den Geradeausverkehr. Da könnten die deutschen
Minischildchen-Aufsteller einiges lernen.




OlivenernteWir merkten mit der Zeit, daß es deutliche Unterschiede bei den Bäumen gab, je nachdem wie weit der Bauer gewillt oder in der Lage war, die Bäume zu pflegen. In der Nähe der Siedlungen war diese Möglichkeit u.U. stark eingeschränkt. Die gepflegten Bäume zeichneten sich durch eher waagerecht getrimmte Äste und nicht allzu große Höhe aus, mit vielen jungen langen Trieben, an deren Unterseite die Oliven wie an einer Perlenkette hingen, wo sie leicht abgestreift werden konnten. Bei den weniger gepflegten Bäumen bildete sich ein Astdickicht mit teilweise vertrockneten Gezweig und mit eher vereinzelt hängenden Oliven. An den trockenen Zweigen konnte man sich leicht die Arme aufschrammen. Die Bäume waren anscheinend alle veredelt. Es gab wohl im wesentlichen nur zwei Sorten, größere Oliven zum Verzehr, die grün geerntet wurden, und etwas kleinere, die zur gleichen Zeit meist schon blau gefärbt waren und die für die Ölherstellung bestimmt waren. Oliven von Wildlingen sahen wir nur einmal. Sie waren deutlich kleiner.Um die Oliven aufzufangen, wurden unter den Bäumen Planen ausgelegt und mit Steinen beschwert. Die Oliven, die außerhalb der Planen landeten, mußten von Hand mühsam aufgelesen werden, was – wie sich sehr schnell zeigte – natürlich eigentlich Frauenarbeit war. An einem Baum mit wenig Oliven meinte der Bauer, auf das Auslegen der Planen ganz verzichten zu können. Da hatten wir aber schon etwas Erfahrung und die meisten von uns machten sich auf zu verschiedenen Besorgungen, bis er seine Oliven weitgehend selber aufgesammelt hatte. Die Männer hielten sich meistens in den oberen Regionen auf, d.h. im allgemeinen auf den Leitern. Davon gab es verschiedene Versionen. Die gebräuchlichste und praktischste war eine spitz zulaufende Leiter mit einem Stützfuß in der Mitte, die in dem meist unebenen Gelände die beste Standfestigkeit hatte. Es gab auch einfache Anstellleitern und vierfüßige Leitern, die ziemlich wackelig waren. Die Sprossen waren häufig nur aufgenagelt. Die jungen Frauen kletterten oft erstaunlich hoch in die Baumkronen hinein, obwohl das mit ihren knöchellangen engen Röcken vermutlich nicht gerade einfach war. Die Oliven werden zusammengetragen, von den gröbsten Ansammlungen von Ästen und Blättern gereinigt und dann in Säcke gefüllt. ![]() Entfernen
von Ästen und Blättern
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