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Matthias Gast beim Auftakt Münchner Ostermarsch 4.04.2026 Marienplatz

Matthias Gast beim Auftakt  Ostermarsch 2026 auf dem Marienplatz München

Matthias Gast, Münchner Friedensbündnis

Eröffnungsrede Ostermarsch München 2026

Liebe Freundinnen und Freunde, 

herzlich Willkommen beim 65. Ostermarsch in München. Der erste Ostermarsch in München begann 1961 an der KZ-Gedenkstätte in Dachau und endete mit Erich Kästner am Königsplatz in München.

Gegründet wurden die Ostermärsche, um gegen die atomare Aufrüstung und die Gefahr eines Atomkriegs zu protestieren. Damals stand die Weltuntergangsuhr auf 7 Minuten vor 12. Also 420 Sekunden. Heute steht die Weltuntergangsuhr auf 85 Sekunden vor 12. Das gabs noch nie, nicht während der Kubakrise, nicht während der Atomwaffentests. Nicht mal letztes Jahr. Der INF-Vertrag, der ABM-Vertrag, der START-Vertrag, der KSE-Vertrag und das Open-Skies-Abkommen existieren nicht mehr. Der New-Start-Vertrag lief erst im Februar aus und das Atom-Abkommen mit dem Iran hat sich erledigt. Alle Atomwaffenverträge gehören der Vergangenheit an. Es war noch nie so gefährlich wie heute.

Dabei haben die Atom-Supermächte bereits jetzt schon die Fähigkeit, den Planeten mehrmals vollständig zu zerstören. Neue Technik, fehlende Atomwaffenverträge und die Zunahme geopolitischer Hotspots machen einen großen Krieg wahrscheinlicher. Ein fehlerhaftes Instrument, ein Wetterballon, ein Defekt im Frühwarnsystem, aber auch die Fehlinterpretation einer NATO-Übung. Eine falsche Entscheidung und die Büchse der Pandora ist für immer offen.

Wer zwischen den Großmächten nach Entspannung sucht, wird nicht fündig. Im Gegenteil. Atomwaffen werden modernisiert, Hyperschallwaffen stellen Geschwindigkeits-Rekorde auf und viele Atommächte wollen ihre Arsenale erweitern. In Belarus stehen bereits russische Atomwaffen, Frankreich hat erst kürzlich eine atomare Aufrüstung bekanntgegeben und die Mittelstreckenraketen kommen zurück nach Europa.

Oder kurz gesagt: Die Wahnsinnigen haben ein neues atomares Wettrüsten begonnen und nehmen 8,3 Milliarden Menschen als Geiseln.

Die Unfähigkeit Kompromisse einzugehen, nimmt rasant zu. Das Völkerrecht steht schon länger unter Beschuss. Russland in der Ukraine, Israel in Gaza, die Taliban in Afghanistan, die Rapid Support Force im Sudan, die Militär-Junta in Myanmar oder die USA in Venezuela zeigen dem Völkerrecht den Stinkefinger. Ja, ich habe viele Brennpunkte nicht erwähnt, Iran, Kuba, Palästina, Libanon, Jemen und viele andere, aber man hat mir nur 5 Minuten gegeben.

2026 brechen hart erkämpfte völkerrechtliche Errungenschaften zusammen. Beschleunigt werden die Spannungen durch die Großmacht-Rivalitäten alter, neuer und aufstrebender Großmächte. Das Gewaltverbot, der Schutz von Zivilisten, Institutionen, Journalisten und medizinischem Personal, der Schutz von Kindern und Frauen, das internationale Asylrecht, die internationale Zusammenarbeit und sogar die Autorität internationaler Gerichte sind zum instrumentellen Rechtsverständnis geworden.

Es regiert das Faustrecht und das Völkerrecht erodiert.

Hierdurch steigen die Risiken eines großen Krieges, sogar eines Atomkriegs. Der Missbrauch von Technologien, der künstlichen Intelligenz und der Robotik nehmen weiter zu. 
Joe Biden warnte vor dem technologisch-industriellen Komplex. Die Wahnsinnigen wollen allen Ernstes Computern überlassen, wer leben darf und wer stirbt. Dabei weiß jeder Programmierer, dass man nur ein Komma mit einem Semikolon verwechseln muss, und das ganze Programm spinnt. Alte Daten, und eine Mädchenschule steht in Flammen. Auch biologische Waffenprogramme werden nicht verboten, sondern staatlich gefördert. Und die friedliche Nutzung des Weltraums scheint keinerlei Bedeutung mehr zu haben. 

Hochtechnologie und militärische Interessen verschmelzen mit Größenwahn.

Gleichzeitig sind die Maßnahmen gegen den Klimawandel sekundär geworden. Von den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen redet niemand mehr. 90 Prozent der Ziele werden wir voraussichtlich nicht erreichen. Armut, Hunger, Bildung, Gesundheit, Ungleichheit und Frauenrechte, saubere Energie und sauberes Wasser sind zweitrangig geworden. Statt gegen Fluchtursachen vorzugehen, geht man gegen Geflüchtete vor. Und gleichzeitig werden neue Fluchtursachen vor allem von den westlichen Staaten verursacht in Venezuela, Syrien, Afghanistan, dem Iran, dem Sudan, Gaza und Palästina. Dabei wären nur Bruchteile der Kriegs-Etats nötig, um eine bessere Welt für alle zu schaffen.

Doch die Anführer der Welt haben andere Prioritäten. Auch hier in Deutschland. Angeblich haben wir kein Geld für Alte, Kinder, Kranke und Schwerbehinderte. Lehrermangel, Altersarmut, Geschlechter-Ungleichheit, Pflege-Notstand, Bahn-Desaster, steigende Obdachlosigkeit, überall fehlt das Geld. 

Nur fürs Töten und Zerstören haben wir genug Geld.

Zugleich wird davon abgelenkt, dass die massive Aufrüstung unseren Sozialstaat auffrisst. Wenn Millionen Betreuungsplätze für Kinder und Alte fehlen, zwingt man Angehörige in die Teilzeit. Mit Lifestyle, Herr Merz, hat das nichts zu tun. 2024 haben die Deutschen mehr als 
1,2 Milliarden Überstunden geleistet. 27 Millionen Menschen verrichten freiwillige, ehrenamtliche Arbeit. Deutschland hat eine der niedrigsten Arbeitslosenquote der EU und ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt. 

Wir schuften – aber nicht für neue Raketen.

Liebe Freundinnen und Freunde, 

Ostern steht für Neuanfang. Ein Weiter-so hätte fatale Folgen. Die multipolare Weltordnung lässt sich nicht mehr aufhalten. Sie braucht ein solides Völkerrecht als Fundament für den Frieden. Europa täte gut daran, wenn es die neue Weltordnung mitgestaltet und sich einen Platz in ihr sichert. Sonderschulden sind nicht nötig, denn Kooperation ist billiger als Konfrontation. Deeskalation ist billiger als Eskalation. Und Abrüstungsverträge sind billiger als eine Aufrüstungsspirale. 

Lasst uns für diesen Neuanfang werben. 

Euch allen wünsche ich nun einen erfolgreichen Ostermarsch und für morgen: Frohe Ostern.

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