Proteste und Veranstaltungen aus Anlaß der vom 6. bis 8.2.04 stattfindenden
'Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik'
Aufruf des Aktionsbündnisses gegen die "NATO - "Sicherheitskonferenz"
Aufruf des Münchner Friedensbündnisses
Veranstaltungen
Protest-Aufrufe gegen die
NATO- "SICHERHEITSKONFERENZ"
Gemeinsame Präambel des Aktionsbündnisses gegen die "NATO - "Sicherheitskonferenz"
Bei der
sogenannten "Münchner Sicherheitskonferenz" geht es nicht um
internationale Sicherheit. Es geht um Absprachen und Koordination
weltweiter Strategien zur militärischen Absicherung
ökonomischer Herrschaftsansprüche. Die letzte Tagung diente
auch der Vorbereitung des verbrecherischen Angriffskrieges gegen den
Irak. Über 30.000 Menschen haben im Februar 2003 auf Münchens
Straßen und Friedenskonferenzen gegen die NATO-Kriegstagung und
den Irakkrieg protestiert. Weltweit kam es zu den bisher
größten Antikriegsprotesten, allein am 15. Februar mit mehr
als 10 Millionen Menschen.
Wir
sind ein Teil der weltweiten Widerstandsbewegung, die sich über
Seattle, Genua, Prag, Davos, München und Barcelona sowie über
die internationalen Sozialforen in Porto Alegre und Florenz entwickelt
hat. Gemeinsam - Friedens- und Antikriegsbewegung,
Solidaritätsbewegung - kämpfen wir gegen soziale Demontage,
Aufrüstung und Krieg. Wir sind ein breites Bündnis
unterschiedlicher Gruppen mit verschieden Vorstellungen von Protest und
Widerstand. Wir kritisieren aus unterschiedlichen Positionen weltweite
Ungerechtigkeit und staatliche Kriegspolitik. Diese Vielfalt ist unsere
Stärke. Wir lassen uns nicht spalten.
Wir
erklären den Kriegsstrategen: Ihr seid hier und anderswo
unerwünscht. Wir rufen auf zu Protesten gegen das Treffen der
Welt-Kriegselite. Die NATO-Sicherheitskonferenz darf nicht stattfinden.
Wir werden protestieren - gemeinsam, entschlossen und kreativ. Wir
lassen uns das Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit nicht
nehmen oder durch Verbote einschränken.
- Stoppt die weltweiten Kriege der NATO-Staaten!
- Für ein soziales Europa! Keine EU-Militärmacht!
- Gegen die deutsche Kriegspolitik und weltweite Bundeswehreinsätze
- Statt sozialer Demontage und Aufrüstung
- Umverteilung von oben nach unten
- No justice - no peace
- Internationale Solidarität gegen Ausbeutung und militärische Unterdrückung
Kommt nach München!
Freitag, den 6. Februar 2004 ab 16:00 zu Protesten rund um den Tagungsort Hotel Bayerischer Hof
Samstag, den 7. Februar um 12:00 zur Internationalen Großdemonstration auf dem Marienplatz
Die Kriegsplaner dürfen nicht durchkommen - ¡No pasarán!
www.no-nato.de + www.attac-muenchen.de + Plenum des www.muenchner-friedensbuendnis.de + www.muenchen-gegen-krieg.de
Wer die Präambel des breiten Bündnisses unterstützen möchte: Fax 089 1689415 e-mail: kontakt@no-nato.de
Spenden und
Präambel-Unterstützbeitrag 25/50 Euro: Konto Martin
Löwenberg, Kto-Nr. 28264-803, BLZ 70010080, Postbank München
Aufruf des Münchner Friedensbündnis
Einladung zum friedlichen Protest
gegen die "Münchener Sicherheits"-Konferenz
6. u. 7. Februar 2004
Gegen Kriegsvorbereitungen protestierten in München im Februar
2003 rund 30.000 Menschen. In Berlin waren es später 500.000, im
Oktober auf dem Friedensmarsch von Assisi 300.000. Die Bevölkerung
von Europa hat sich, auch in England, Spanien und Italien, energisch
gegen den Krieg gewehrt. Weltweit demonstrierten Millionen von Menschen
für den Frieden.
Alljährlich treffen sich jedoch Politiker, Militärstrategen
und Vertreter der Rüstungsindustrie zur „Internationalen Konferenz
für Sicherheitspolitik". Sicherheit wird dort vorrangig aus dem
Blickwinkel der Mächtigen und ihrer Militärs verstanden. Die
Völker der Welt sollten erneut auf eine Kette von „Kriegen gegen
den Terror" und gegen „Schurkenstaaten" eingestimmt werden. 2003 diente
die Sicherheitskonferenz eindeutig der Vorbereitung des Irak-Krieges.
Die internationale Friedensbewegung protestiert gegen Kriege und Kriegsvorbereitunge und fordert stattdessen einen
Systemwechsel für soziale Gerechtigkeit weltweit und für eine zivile Sicherheitspolitik.
Unsere Aktivitäten sollen die Kritik an der bestehenden
Kriegspolitik ausdrücken und im Gegensatz dazu friedenspolitische
Konzepte sowie reale Alternativen zu dieser Politik
öffentlichkeitswirksam vorstellen.
Wir sagen: Krieg kann keine Probleme lösen und auch den
internationalen Terrorismus nicht beseitigen. Konzepte für zivile
Konfliktbearbeitung, sozial-ökologische Umsteuerung und friedliche
Entwicklung sind vorhanden, werden aber von Politikern und Medien
weitgehend ignoriert.
Wir wollen die Lösung gesellschaftlicher Konflikte in den Mittelpunkt stellen.
Krieg und Terrorismus eskalieren wegen des von unseren Regierungen
betriebenen neoliberalen Globalisierungsprojekts. Bei diesem haben
Gewinn- und Machtinteressen oberste Priorität.
Die negativen Ergebnisse sind unübersehbar:
- Wachstum auf Kosten der Umwelt
- Massenarbeitslosigkeit
- Weltweit sich öffnende Schere zwischen arm und reich
- Gewalt und Gegengewalt
An der Gewaltspirale drehen USA und NATO eifrig mit: z.B. durch Bruch
des bisher gültigen Völkerrechts, das Angriffskriege
verbietet, und Rückkehr zum Recht des Stärkeren. Dabei
hungern mehr als 800 Millionen Menschen, sind Opfer von Krieg,
Vertreibung und Naturkatastrophen. Diese Globalisierung zerstört
die Existenzgrundlage der Menschen und erzeugt damit einen
Nährboden für immer neue Gewalt.
Krieg löst keine Probleme - er schafft zusätzliche!
Die Sicherheitslage kann nur verbessert werden, wenn die Ursachen von
Gewalt und Krieg mit politischen und wirtschaftlichen Mitteln
bearbeitet und beseitigt werden.
Notwendig für politische Lösungen sind:
- die Einhaltung der Menschenrechte
- die Beachtung des Völkerrechts und die Ablehnung jeder militärischen Gewalt
- die Entwicklung demokratischer und gerechter Strukturen
- sozial-ökologische Rahmenbedingungen für die Weltwirtschaft.
Das zielt auf:
- Existenzsicherung für jeden Menschen auf der Welt
- Umweltschutz und Ressourceneinsparung
- Gewaltfreie Lösung von Konflikten.
Das Recht jeden Landes auf eigenständige wirtschaftliche und
soziale Entwicklung orientiert sich an der Notwendigkeit der Erhaltung
der Lebensgrundlagen aller Völker und deren friedlichem
Zusammenleben. Die Bestrebungen der Welthandelsorganisation (WTO) mit
ihren Macht instrumenten (GATS, TRIPS, SAP) dagegen widersprechen
diesem Ziel.
Die Praxis der US-Regierung, als „Weltpolizei", Ankläger, Richter
und Henker in einem auf zutreten, widerspricht rechtsstaatlichen
Grundsätzen. Das geplante Verankern einer Aufrüstungs
verpflichtung in der zukünftigen Verfassung Europas
verschärft die Militarisierung der Politik. Die neuen
verteidigungspolitischen Richtlinien in Deutschland widersprechen
unserem Grundgesetz. Es gibt keine Rechtfertigung für die
zunehmenden internationalen Militärinterventionen.
Im Widerstand gegen diese Entwicklung treten wir ein für
- deutliche Schritte zur Abrüstung
- Stopp aller Rüstungsexporte
- Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland
- eine aktive Politik der globalen Gerechtigkeit
- Dialoge, Verhandlungen und Aufbau von Strukturen
- für gewaltfreie Lösung von Konflikten
- ein funktionsfähiges internationales Strafgericht.
Wir sind der Überzeugung, dass unsere gewaltfreien Aktionsformen dem Ziel des Friedens entsprechen.
Das Ziel bestimmt auch den Weg.
Deshalb laden wir ein:
Kommt
nach München und nehmt an den friedlichen und friedenstiftenden
Aktionen teil! Gemeinsam zeigen wir, dass wir eine Welt der
praktizierten Menschenrechte und der sozialen Gerechtigkeit wollen.
Ich
möchte ein Mensch des Friedens werden, dass auch andere Menschen
leben können - neben mir, fern von mir und nach mir.
Ich suche das Gespräch mit Andersdenkenden und bedenke die Fragen, die sie mir stellen.
Ich möchte so leben, dass ich niemandem Angst mache.
Ich bitte darum, dass ich selber der Angst nicht unterliege.
Ich setze meine Fähigkeiten und Kräfte ein für eine Gesellschaft, in der der Mensch dem Menschen ein Helfer ist.
Friedrich Schorlemmer 1983
WTO = world trade organisation, Welthandelsorganisation in Genf; hat de facto mehr Macht als die UNO.
GATS = general agreement on trade in services, Allgemeines Abkommen
über den Handel mit Dienstleistungen: die grundgesetzlich
geschützte gemeindlicheSelbstverwaltung wird durch
Privatisierungspläne bedroht; Zugriff der Konzerne auf die
Bildung; Gefahr für die Unabhängigkeit von Lehre und
Wissenschaft.
TRIPS = trade related intellectual property rights, handelsbezogene
Rechte an geistigem Eigentum, das Geschäft mit Ideen -
letztendlich soll alles zur Ware werden.
SAP = structural adjustment proceedures,
Strukturanpassungsmaßnahmen, das sind die
Verschlankungspläne oder auch sozialen Kahlschläge, die auch
wir bereits zu spüren bekommen, nachdem die Menschen in der 3.
Welt sie schon seit Jahren bitter erfahren.
Veranstaltungen
9. bis 11.2.04 Antikriegs-Kongress im DGB-Haus
Do., 5.2.04, Friedenskonferenz in der Kreuzkirche
6.2.04, 16:00 Uhr u. 7.2.04, 12:00 Uhr, Kundgebungen und Demonstrationen, Aufrufe
Am
6.2.04, Kundgebungen am Lenbachplatz, Platz der Opfer des
Nationalsozialismus, Odeonsplatz, Theatinerstr./Marienhof; die an der
Prannerstr vorgesehene Kundgebung wurde nicht genehmigt.
Infostände am Stachus und am Marienplatz.
Ausgehend von den lokalen Kundgebungen gegen 18:00 Uhr Menschenkette.
Am 7.2.04, Kundgebung am Marienplatz (diesmal nur zwei Hauptredner) und
Demonstration zum Lenbachplatz, dort Abschlußkundgebung.
Fr., 6.2.04, 19:00 Uhr, Planet Peace: "Bands, Hiphop und Kultur", New Backstage, Friedenheimer Brücke 7,
Eintritt: ca. 9 Euro
Bands: Carrera, Cosmic Casino, Crash Tokio, Iso 68, Monostars, Pelzig; HipHop: Das Kombinat, Haiden-krampf;
Kultur: schleuser.net (Aktionskunst), Station 2 (politisches
Puppentheater), Tiki Tiki Bamboos (Japan-Surf-Sound-Performance),
Literatur, Video, Live-streams... Weitere
Infos: www.planet-peace.de
So., 8.2.04, 11:00, Erlöserkirche, Münchner Freiheit, Friedensgebet der Religionen