Venezuela – Schauplatz der multipolaren Auseinandersetzung im 21.Jahrhundert
Eine Analyse der politischen Situation nach der Aggression der Trump-Regierung
Mit der Wahl von Hugo Chavez zum Präsidenten Venezuelas 1998 rückte das lateinamerikanische Land in den Focus der Weltöffentlichkeit. Venezuela wurde neben dem sozialistischen Kuba Motor und Vorbild des lateinamerikanischen Kampfes um Selbstbestimmung und soziale Gerechtigkeit. Linke Bewegungen und Regierungen in Ländern wie Bolivien und Ecuador orientierten sich daran. Als Antwort darauf ist der demokratisch gewählten Linksregierung der Krieg durch innere und äußere Feinde, mit den USA an der Spitze, erklärt worden.
Dieser Krieg wurde zunächst propagandistisch und im Laufe der Jahre immer stärker wirtschaftlich – Stichwort völkerrechtswidrige Sanktionen- geführt. Die verschiedenen US-Regierungen machten dabei deutlich, dass sie keine politisch unliebsamen Staatsführungen in ihrem „Hinterhof“ dulden. Insbesondere die Handelsbeziehungen Venezuelas zu China und Russland sind ihnen ein Dorn im Auge.
Mit Beginn der 2. Präsidentschaft von Donald Trump in den USA wurde im letzten Jahr zunehmend auf die militärische Komponente gesetzt. Seit dem Spätsommer hatten die USA eine massive Militärpräsenz vor der Küste Venezuelas aufgebaut und immer wieder Öltanker gekapert sowie die Besatzungen u.a. venezolanischer Fischerboote getötet.
Das Ganze gipfelte in der offenen Aggression am 03. Januar dieses Jahrs mit der Bombardierung von Caracas und der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro und Ehefrau Cilia Flores.
Wie ist die aktuelle Situation in diesem Land nach diesem Angriff einzuschätzen? Was bedeutet diese Aggression für den bolivarischen Prozess im Lande? Und was bedeutet das für andere lateinamerikanische Staaten, insbesondere für Kuba?
Auf diese und andere Fragen geht unser Referent Carsten Hanke in seinem Vortag ein. Dabei beleuchtet er die jüngere Geschichte Venezuelas seit 1998 („Bolivarische Revolution“) und erläutert anhand der Monroe-Doktrin aus dem Jahre 1823 und deren Aktualisierung („Donroe-Doktrin) die allgemeine Außenpolitik der USA gegenüber Lateinamerika. Der Schwerpunkt der Präsentation liegt auf der Analyse der aktuellen Situation in Lateinamerika seit dem 10. Januar 2025.
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Zur Person: Carsten Hanke ist Präsident der Gesellschaft für Frieden und internationale Solidarität e.V. (GeFiS) in Rostock, die seit ihrer Gründung im Jahre 2020 durch Aufklärungsarbeit und Solidaritätsprojekte (z.B. „Medizin für Venezuela“) die Länder in Lateinamerika auf ihrem Weg zur Selbstbestimmung unterstützt. Carsten Hanke ist seit vielen Jahren eng mit Venezuela verbunden. Er war unter anderem als internationaler Wahlbeobachter in dem Land tätig.



