Münchner Friedensbündnis  - c/o Friedensbüro e.V., Isabellastr. 6, 80798 MünchenMisstraut der Kriegspropaganda !
 
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Truderinger Frauen für Frieden und Abrüstung

Wir sind eine Frauen-Gruppe, die seit dem Herbst 1983 politisch aktiv ist. Die Aufstellung von Pershing II Atomraketen direkt vor der eigenen Haustür als Folge des NATO-Doppelbeschlusses sahen wir, wie viele andere BürgerInnen, als direkte Bedrohung. Zum ersten Mal in unserer 'gutbürgerlichen' Existenz empfanden wir die Notwendigkeit, unseren Protest öffentlich zu machen. Heute können wir uns kaum mehr vorstellen, wie schwer uns damals dieser erste Schritt 'auf die Straße' gefallen ist. 

Zuerst versuchten wir gemeinsam, uns ein politisches Fundament zu erarbeiten, Sicherheit und Kompetenz zu gewinnen. Dann fingen wir allmählich an, Informations-Veranstaltungen in unserem Stadtteil zu organisieren und durch Mahnwachten und Info-Stände Öffentlichkeit herzustellen.

Die aktuelle politische Entwicklung erweiterte notgedrungen unseren Themenbereich: Militarisierung des Weltraums (SDI), Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf, Reaktor-Katastrophe in Tschernobyl und die Folgen und das schreiende soziale Ungleichgewicht überall auf unserer Erde. 

Im Laufe der Zeit entdeckten wir immer mehr Möglichkeiten uns einzumischen, etwa durch Podiumsdiskussionen mit Parteienvertretern vor Wahlen, Briefaktionen an Abgeordnete; stets verbunden mit Fragen aus friedenspolitischer Sicht.

Wie bei den meisten Friedensgruppen ist auch bei uns der Kreis der Aktiven viel kleiner geworden, aber, wir sind froh über die Rückenstärkung durch eine große Zahl von UnterstützerInnen.

Obwohl wir in den letzten Jahren alle über 60 und Großmütter geworden sind, haben wir eine für uns völlig neue Form des Protestes entdeckt, die uns bei allem ernsthaften Anliegen großen Spaß macht und durch die wir oft eine viel direktere Wirkung erreichen: politische Sketche und Straßentheater mit eigenen aktuellen Texten.

Durch das Münchner Friedensbündnis sind wir mit vielen anderen Friedensinitiativen vernetzt. Im Bündnis arbeiten wir aktiv mit, unterstützen gemeinsame Veranstaltungen wie z. B. den alljährlichen Ostermarsch, den Hiroshima-Tag, den Anti-Kriegs-Tag am 1. September. 

Als engagierte Pazifistinnen beobachten wir mit grosser Sorge die zunehmende Militarisierung auf allen Gebieten unserer Gesellschaft und die Akzeptanz der deutschen Militäreinsätze durch die Bevölkerung. Gewalt erzeugt stets neue Gewalt, Kriege lösen keine Probleme und bringen keinen Frieden, sondern tragen den Keim des nächsten Krieges in sich. Deshalb treten wir mit Nachdruck für gewaltfreie Konfliktlösungen ein und lehnen den Aufbau und Einsatz von schnellen Eingreiftruppen ab, die nach der neuen NATO-Doktrin die Interessen der NATO-Länder und der Grosskonzerne durchsetzen sollen. Statt dessen fordern wir den Einsatz 'Ziviler Friedensdienste': ausgebildeter Experten, die nicht mehr mit lächerlichen Geldsummen abgespeist werden dürfen, während Milliarden unbesehen in Hochrüstung und in die sog. Verteidigung fliessen. 

Wir wollen wie viele andere Gruppierungen dazu beitragen, dass die Menschen Kriege und militärische Einsätze als das erkennen, was sie sind: Mord, rücksichtsloser Einsatz für Eigeninteressen, enorme Verschwendung immer riesigerer Summen, Missbrauch von Intelligenz, Leistung und Kreativität. - Dagegen anzugehen, wollen wir nicht müde werden. 

Margrit Braun, Hedda Sachs, Ilse Simeonidis, Ursula UhrigJuni 2002